Der KitKatClub
Wer kennt sie nicht, die sagenumwobene Kultstätte Berliner Dekadenz? 1995 trieb mich meine Neugierde in diesen avangardistischen Sextempel, der damals noch in einem Kreuzberger Hinterhof gelegen war. Zunächst als - zugegebenermaßen - irritierter Gast, dann aber doch bald als tabulose Akteurin, schwelgte ich in diesen neuen Gefilden.
Als Vorleserin begann ich meine Sporen in der KitKat Family zu verdienen. Wir kreierten aus den Texten Marquis de Sades 120 Tage von Sodom ein pornografisches Theater, ich las bei weiteren Auftritten Texte aus der Geschichte der O und den Q-Briefen. Daraus entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit den Betreibern des Clubs, und ich war dort zu Hause.
Nach einer längeren Pause, in der ich mich als IT-Supporterin verdingte, startete ich 2001 meine erste Veranstaltungsreihe mit dem "Liederlichen Liederabend". In der Galerie sind etliche Bilder dieser Veranstaltungen zu sehen, die Performances reichen von Liederabenden über pornografische Theaterstücke zu Burlesque Shows, wie eine Cabaret Persiflage oder eine Anita Berber Hommage.
Die "Colours of Night" Veranstaltungen betrieb ich ab 2005 monatlich und habe verschiedenste Versionen meiner Kreativität ausleben können. Ich habe viel Spaß an der Arbeit gehabt und so manches Tabu gebrochen, dafür war ich bekannt und hatte stets eine offene und wohlwollende Audience für die Umsetzung meiner verrückten Ideen. Mit wechselnden Akteuren bereitete ich immer wieder ein anderes kulinarisches Erotic Diner bis zum Umzug in den Sageclub. Der Kitkatclub änderte sein Konzept und meine Theatershows waren nicht mehr passend. Seitdem werde ich dort ab und an für einzelne Performances gebucht, zuletzt bei der "Veteranen - Party" 2008 zu Halloween. Ich bin dort immer noch als gern gesehener, illustrer Gast anzutreffen, doch mein künstlerisches Domizil habe ich nun komplett in die Kleine Nachtrevue verlegt.









