Short Stories
Cumshot
Ich war mal wieder arbeitslos, und hatte die Zeitung durchforstet. Da ich in der Vergangenheit schon einmal erotische Massagen anboten hatte, und ab und an nebenbei Telefonsex machte, lag es nahe für mich, in der Spalte der Erotikbranche zu suchen. Ich meldete mich bei einer Agentur für erotische Darbietungen und es stelle sich ziemlich schnell heraus, dass es sich weder um Shows, noch um Fotografie handelte, sondern wieder nur um eine der Vermittlungsstellen für einen Pornoproduzenten, wie sie mir schon vorher einige Male bei Bewerbungen untergekommen waren. Da zu dieser Zeit keine adäquate Stelle für mich in Sicht war, überlegte ich gar nicht erst lange, sondern sagte einfach zu, ich brauchte das Geld, und wollte es mal ausprobieren.
Der Club
In meinem Freundeskreis wurde viel über diese Location gemunkelt, alle wollten etwas darüber wissen, aber niemand hatte wirklich eine Ahnung, was dort eigentlich passierte. Die Vorstellungen gingen auseinander von, alles ganz normal, nur ein bisschen mehr nacktes Fleisch, bis, der totale Sündenpfuhl, jeder mit jedem, überall. Sogar im Fernsehen hatte ich schon Beiträge gesehen, welche aber auch nicht wirklich preis gaben was denn nun wirklich in diesem Laden geschah. Kunststück, dachte ich, damit machen sie den Leuten den Mund wässrig und nachher ist es doch nur ein Tanztempel wie jeder andere. Alle meine Freunde beriefen sich auf zugetragene Halbwahrheiten, aber keiner wollte jemals drin gewesen sein. Mir war bekannt, dass es eine Hürde am Eingang zu nehmen gab. Es war die gefürchtete Türsteherin, die einem die Hosen auszog, wenn man die falsche an hatte, wie mir gesagt wurde. Man musste im Fetish Outfit dort erscheinen, eine gut aussehende Frau im Schlepptau haben, oder schwul sein, sonst kam man nicht über die magische Schwelle hinaus.
Der gute Freund
Roland und Maria kannten sich nun schon 15 Jahre. Sie hatten auf einer Klassenreise miteinander geknutscht und nun hatten sie zwei Kinder von vier und sechs Jahren. Der Sex war gut, aber recht unregelmäßig, und irgendwie wurde er immer seltener, man kannte sich in und auswendig, und das tägliche Einerlei ließ nicht allzu viel erotische Stimmung aufkommen. Am schlimmsten war es immer, wenn sie so richtig schön dabei waren und dann plötzlich die vierjährige Rosa im Rahmen stand und mit ins Bett kriechen wollte. Bis sie das Nesthäkchen dann endlich unter erbitterten Widerständen wieder in ihrem eigenen Bett untergebracht hatten, war dann auch der letzte Rest von Lust verflogen, und man kuschelte sich wieder aneinander und schlief ein.
Die Höhle
Dana lag in ihrem Schlafsack auf der Fähre, über ihr glitzerte der klare Sternenhimmel. Sie war überstürzt zum Reisebüro gelaufen und hatte den nächsten Flug nach Athen gebucht. Sie wollte raus aus der Stadt, weg von dem Regen, dem heftigen Wind. Alles war ihr zu viel gewesen, ihr Ausbilder war ihr tierisch auf den Nerv gegangen, sie konnte und wollte einfach nicht mehr. Nun hatte sie es geschafft. Vor vier Jahren war sie schon einmal nach heftigen Irrungen und Wirrungen auf Kreta gelandet, damals hatte sie dort einen Hippie kennen gelernt mit dem sie für einige Zeit in einer verschwiegenen Bucht kampiert hatte. Dort wollte sie wieder hin, wollte dieses Gefühl der Freiheit noch einmal erleben, losgelöst und ungezwungen alles hinter sich lassen. Es war immer ein erotisches Erlebnis für sie, auf dem Deck der Fähre zu liegen, romantischen Erinnerungen nachzuhängen und irgendwann einzuschlafen, um dann von einem grandiosen Sonnenaufgang geweckt zu werden.
Er
Diese Dunkelheit, er war dieser ewigen Schwärze überdrüssig. Langsam fing er an seine Glieder zu bewegen. Fetzen der vergangenen Nacht huschten in seinen Gedanken vorbei. Eine bleiche Schönheit lag ihm zu Füssen. Er hätte sie nehmen können, aber er war schon zu satt gewesen, hat sie einfach liegen gelassen. Nun spürte er aber wieder diesen Hunger, seine Kehle war trocken, als ob er in der Wüste genächtigt hätte. Er versuchte die Zunge zu bewegen, berührte seine Zähne von innen, tastete langsam seinen Gaumen ab. Das tat er immer zuerst, wenn er aufwachte, es war noch ein leichter Geschmack vom Vorabend an ihnen, er kostete das leicht herbe Aroma noch einmal nach. Sie waren von ausgesuchter Schönheit gewesen, aber sie reizten ihn nicht mehr, er lechzte nach Abwechslung. Leider lag es nicht in seiner Natur allzu große Veränderungen selbst in die Wege zu leiten. Er war sehr eingefahren in seiner Lebensweise und sah keinen Ausweg diese zu verändern. Langsam schob er das schwarze Tuch zur Seite und richtete sich auf. Er hatte einfach zu wenig Zeit, wenn er aufwachte, hätte er gerne noch ein wenig nachgedacht und vor sich hin philosophiert, aber er musste hoch, in die Gänge kommen, für seine tägliche Lebenserhaltung sorgen.
Paris 1978
In den späten siebziger Jahren war es für uns Jugendliche üblich mit einem so genannten Interrailticket der Deutschen Bahn einen Monat lang durch ganz Europa zu reisen. Man hatte nur die notwendigsten Dinge dabei. Die Habseligkeiten waren in einen Rucksack gepfercht, der Schlafsack und eventuell noch ein kleines Zweimannzelt wurde hinten dran geschnallt. So beladen zwängte man sich in die übervollen Züge. Man hatte keinen Anspruch auf einen Sitzplatz, deshalb hockte man die meiste Zeit in den Gängen oder in den rappeligen Zwischenräumen der Waggons. Das schlimmste waren die Verbindungen der Züge Richtung Süden. Wenn man, wie ich von Düsseldorf nach Spanien wollte, so musste man über Paris fahren, und dort gab es nur Sackbahnhöfe, von denen ich leider nichts wusste. Ich kam also spät in der Nacht am Gare du Nord an und dachte, ich würde sofort den Anschlusszug in Richtung Süden bekommen, aber weit gefehlt, der Zug den ich mir ausgerechnet hatte fuhr in einem anderen Bahnhof ab, der so weit weg war, dass ich zu spät dort angekommen wäre.
Pokerface
Robby und Tina kannten sich nun schon drei Jahre, sie hatten sich damals in einem Swingerclub kennen und lieben gelernt. Aus der anfänglich sexuellen Beziehung wurde mit der Zeit mehr, sie waren miteinander Essen gewesen und hatten das gleiche Hobby, Motorrad Fahren. Robbie liebte es von seinen Touren mit seiner alten Triumph zu sprechen, und Tina setzte immer noch eins oben drauf, indem sie von ihren Abenteuern auf ihrer giftgrünen Ninja prahlte, denn sie war die entschieden sportlichere Fahrerin der beiden. Je gewagter die Strecke, desto lieber legte sie sich in die Kurven, reizte ihre Maschine bis zum Exzess aus und hatte schon etliche Unfälle hinter sich. Robbie war eher der gemütliche Typ, das war auch beim Sex so. Wenn die beiden ihren bevorzugten Club besuchten, war sie die Jägerin. Tina spürte die Spielpartner für den Abend auf, Robbie saß derweil bei seinem Bier an der Theke, und ließ sich überraschen.









